Bessere Rahmenbedingungen für ältere Menschen notwendig

Veröffentlicht am 18.02.2009 in Ortsverein

Der SPD-Ortsverein Dornstetten-Waldachtal befasst sich zurzeit sehr eingehend mit dem Thema Leben und Wohnen im Alter. Gerade auch im Zusammenhang mit der Stadtentwicklung in Dornstetten sind diese Überlegungen für die älteren Menschen von besonderem Interesse.

Der demographische Wandel wird in den kommenden Jahren unsere Gesellschaft nachhaltig verändern. Nach einer Vorausberechnung des statistischen Landesamtes wird die Zahl der Sechzigjährigen und Älteren von gegenwärtig rund 2,5 Millionen in Baden-Württemberg auf 3,7 Millionen Menschen bis 2030 ansteigen. 35% der Landbevölkerung werden dann 60 Jahre oder älter sein. Mit dem demographischen Wandel verändern sich auch Familien-Wohnformen. Der Trend zu kleineren Haushalten wird sich fortsetzen und immer mehr Menschen werden in Ein-Personen-Haushalten leben. Wohnen im Alter - in der eigenen Wohnung Der Verbleib in der eigenen Wohnung ist der Wunsch nahezu aller älteren Menschen. Sowohl die Wohnung als auch die Umgebung müssen für ältere Menschen jedoch bestimmte Kriterien erfüllen, damit diese auch dann noch weitgehend normal weiterleben können, wenn die Mobilität ab– und ihre Hilfsbedürftigkeit zunimmt. D.h. die Wohnungen sollten nach Möglichkeit ebenerdig oder über einen Aufzug erreichbar sein. In vielen Fällen lässt sich der Wunsch nach dem Verbleib in den eigenen vier Wänden durch einen altersgerechten Umbau der Wohnung verwirklichen. Eine geeignete Alternative ist der Umzug in eine andere altersgerechte Wohnung. Wir fordern deshalb die Einrichtung von Wohnberatungsstellen auf Landkreisebene und/oder in größeren Gemeinden. Sie haben die Aufgabe, die Betroffenen unabhängig über die Möglichkeiten der Wohnungsumgestaltung oder anderer Lösungen zu beraten. Dazu gehören auch Überlegungen in Richtung Mehrgenerationenhäuser. Gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft sollten den Senioren dienliche und für die Wohnungsumgestaltung notwendige Handwerkerleistungen organisiert werden. Gut erreichbare Versorgungsmöglichkeiten Gut erreichbare Einkaufsmöglichkeiten, ärztliche Versorgung und Treffpunkte sozialer und gesellschaftlicher Art erleichtern den Alltag und steigern die Lebensqualität. D.h. wohnnahe Einkaufsmöglichkeiten müssen sowohl in der Kernstadt als auch in den beiden Teilorten erhalten beziehungsweise geschaffen werden. Ein Ärztezentrum beziehungsweise Ärztehaus ist genauso anzustreben wie Seniorentreffpunkte und ihre Förderung. Ein weiterer Punkt ist die günstige Anbindung an den öffentlichen Nah– und Fernverkehr. Landesförderprogramm für bezahlbaren Mietwohnungsbau / vorausschauende Stadtplanung Es ist bekannt, dass der Bedarf an bezahlbaren Mietwohnungen zunimmt. Die nahezu vollständige Einstellung der Förderung des Mietwohnungsbaus durch die Landesregierung ist jedoch im Blick auf die demographische Entwicklung die falsche Antwort. Wir fordern deshalb die Wiederaufnahme der Förderung eines barrierefreien Mietwohnungsbaues für Familien und Senioren durch das Land. Eine vorausschauende Stadtplanung sieht bereits im Flächennutzungsplan Flächen für Mietwohnungen, Eigenheime und für den Gemeinbedarf vor. Sie muss im Interesse von Familien und Senioren darauf achten, dass die Erfordernisse einer wohnortnahen Infrastruktur wie Kindergärten, Schulen, Sport– und Freizeiteinrichtungen, Einkaufsmöglichkeiten, ärztliche Versorgung usw. berücksichtigt und verwirklicht werden. Barrierefreies Bauen und die barrierefreie Gestaltung öffentlicher Räume und Verkehrsmittel bis hin zur Gehwegs– und Straßengestaltung dient nicht nur Senioren, sondern auch Familien mit Kindern oder Menschen mit Behinderungen. Sport – Bewegung – Gesundheit Prävention und Gesundheitsförderung besitzen eine große Bedeutung für die Vermeidung von Krankheit und Pflegebedürftigkeit. Deshalb müssen bereits in frühen Lebensjahren gesundheitsförderliche Verhaltensweisen vermittelt und im Sportunterricht verstärkt umgesetzt werden. Dies gilt für die Familie, den Kindergarten und die Schule. Sich gesundheitsförderlich zu verhalten ist als eine lebenslange, individuelle und gesellschaftliche Aufgabe zu verstehen. Prävention bleibt auch im Alter wichtig. Bis ins höchste Alter wirken sich gesundheitsförderliche Verhaltensweisen positiv auf die Leistungsfähigkeit und selbständige Lebensführung aus. Insoweit kommt der Sportausübung dem Schulsport bis hin zum Seniorensport eine große Bedeutung zu. Deshalb brauchen wir eine neue Sporthalle, die sicherstellt, dass der lehrplanmäßige Sportunterricht erteilt werden kann, die aber auch den Senioren verschiedene Sportarten ermöglicht. Aufgrund der fehlenden Kapazitäten ist dies heute nicht möglich. In diesem Zusammenhang sollte (ggf. im Rahmen von Haushaltsberatungen) hinsichtlich der Bau – und Unterhaltungskosten geprüft werden, ob in die Planung und den Bau einer Sporthalle ein neues Hallenbad integriert werden kann. Bürgerschaftliches Engagement fördern – mehr Beteiligungsrechte einräumen Das bürgerschaftliche Engagement muss generationenübergreifend gefördert werden, es ist eine gesellschaftspolitische Querschnittsaufgabe. Die bewährte Arbeit der Stadt– und Kreisseniorenräte, die auf Empfehlung des Landesseniorenrates schon bei vielen Kommunen und Landkreisen eingerichtet wurden, muss sich - sofern vorhanden - verstärkt auf kommunalpolitische Entscheidungen auswirken können. Derartige Beteiligungsrechte können in der Hauptsatzung der Kommune geregelt werden. Menschenwürdige und ganzheitliche Pflege sichern Ziel des Pflegeweiterentwicklungsgesetzes ist es, die Lebenssituation der pflegebedürftigen Menschen, der pflegenden Angehörigen und der Pflegekräfte zu verbessern. Wir begrüßen, dass mit dem Gesetz aktivierende Pflege und Rehabilitation besser gefördert werden sollen. Wir fordern die zügige Einführung von wohnortnahen Pflegestützpunkten. Dort soll u. a. eine qualifizierte und unabhängige Beratung angeboten werden. Wir fordern über die bundesgesetzliche Regelung im Pflegeweiterentwicklungsgesetz hinaus:
  • die bezahlte kurzzeitige berufliche Freistellung zur Organisation der Pflege
  • die solidarische Finanzierung der Pflege mit gerechtem Ausgleich zwischen privater und gesetzlicher Pflegeversicherung
  • mit Nachdruck für die Zukunft eine von allen und unter Einbeziehung aller Einkommensarten finanzierte Bürgerversicherung 'Pflege'.
Ausreichende Altersversorgung für alle Die bereits vollzogene Rentenkürzung kann von den Beschäftigten im unteren Einkommensdrittel mit der Riesterrente nicht aufgefangen werden, da sie eine solche Zusatzversicherung nicht finanzieren können. Hartz IV – Empfängern wird nur auf der Grundlage von 260 Euro (fiktivem Einkommen) der Beitrag zur Rentenversicherung abgeführt. D.h. für ein Beitragsjahr nach Hartz IV erhält man bei Renteneintritt nur ca. 2 Euro monatliche Rente. Die pauschale Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre bringt weitere Einschnitte, insbesondere wenn die betrieblichen Rahmenbedingungen und die Gesundheitsvorsorge nicht entscheidend verbessert werden. In Krisensituationen werden vor allem ältere Arbeitnehmer entlassen, und bei einem vorzeitigen Renteneintritt kommt es wiederum zu Abschlägen und Rentenkürzungen. Aus den dargelegten Gründen müssen diese Sachverhalte neu überdacht werden.

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